CARE ist eine weltweit tätige Hilfsorganisation, die 1945 mit dem Ziel gegründet wurde, den Menschen im zerstörten Europa der Nachkriegszeit schnell und wirksam zu helfen. Viele Österreicher:innen profitierten damals von den CARE-Paketen. Die sogenannten „10 in 1“-Pakete, ursprünglich für amerikanische Soldaten vorgesehen, konnten zehn Personen einen Tag oder eine Person zehn Tage ernähren.
Kaffee, Konserven, Kondensmilch
Ein typisches Paket enthielt Fleisch- und Gemüsekonserven, Kaffee, Getreideflocken, Zucker und Trockenmilch, teils auch Kondensmilch, Käse, Obst oder Pudding. Bestellt wurden die Pakete anfangs von Verwandten oder Bekannten in den USA für 15 Dollar. Die Empfänger:innen in Österreich erhielten eine Postkarte und konnten ihr Paket bei einer Verteilstelle abholen.
Der erste Transport nach Wien
Nach dem Vertrag zwischen CARE und dem österreichischen Sozialministerium vom 3. Juni 1946 ging die erste große Sendung auf den Weg. Der Frachtdampfer „Antinous“ brachte 3.200 Pakete von New York nach Antwerpen. Von dort wurden sie per Güterzug über Buchs in der Schweiz nach Österreich weitergeleitet.
Am 19. Juli 1946 schließlich kamen die ersten CARE-Pakete am Wiener Franz-Josefs-Bahnhof an. Sechs Tage später übergab US-General Mark W. Clark die ersten zehn Pakete symbolisch an Bundespräsident Karl Renner. Die Bahn war damit ein wichtiger Teil der Hilfskette: Sie verband internationale Lieferwege mit Bahnhöfen, Lagern und Verteilstellen im Land.
Bahn im Neubeginn
Auch die Eisenbahn selbst stand 1945 vor einem Neuanfang. Während der NS-Zeit waren die österreichischen Bahnen in die Deutsche Reichsbahn eingegliedert und damit auch Teil des Kriegsapparats und an den Deportationen maßgeblich beteiligt. Nach Kriegsende mussten Verwaltung, Personal und Infrastruktur neu aufgebaut werden.
Zunächst firmierten die Bahnen als „Österreichische Staatseisenbahnen“ (ÖSTB), 1947 erfolgte die Rückkehr zum Namen Österreichische Bundesbahnen (ÖBB). Mehr Infos zur Rolle der Eisenbahn in Österreich während und nach des II. Weltkriegs gibt es auf der Geschichte-Seite der ÖBB. Trotz schwieriger Bedingungen, etwa 40 % des Streckennetzes war nach dem Krieg schwer beschädigt oder zerstört, blieb die Bahn für die Verteilung zentral.
Hilfe im Wandel der Zeit
Am 30. Juni 1955 beendete die CARE-Mission Österreich ihre Arbeit. Bis dahin waren mehr als eine Million CARE-Pakete nach Österreich geschickt worden; etwa jede siebte Person in Österreich erhielt eines. Wien blieb noch bis 1958 CARE-Hauptquartier für Europa, 1956 wurde von Österreich aus Hilfe für ungarische Flüchtlinge organisiert.
Heute ist CARE Österreich Teil eines internationalen Netzwerks und leistet weltweit nachhaltige Nothilfe bei Naturkatastrophen oder Hungerkrisen. Die Organisation ist mit dem Österreichischen Spendengütesiegel ausgezeichnet.
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