In einem unserer letzten Beiträge haben wir uns den Aufbau und die Zusammenstellung des DAK-Demozugs der ÖBB im Detail angesehen. Diesmal richten wir den Blick auf die Hersteller Knorr-Bremse, Voith sowie Dellner & Wabtec, die den Zug mit insgesamt 44 digitalen automatischen Kupplungen (DAK), vier Hybridkupplungen und weiterer Technik ausstatten. 

Die Hersteller bauen ihre Kupplungen auf Basis der „DAK Typ 5“-Anforderungen. Dazu gehört insbesondere die Fähigkeit, automatisch zu kuppeln und erstmals auch selbstständig zu entkuppeln. Neben der Funktion des automatischen Kuppelns, gibt es seitens der Hersteller aber weiterhin die Möglichkeit, manuell zu entkuppeln. Auch eine Notfallentkupplung ist Teil der Anforderungen. 

Darüber hinaus müssen die Kupplungen aller Hersteller untereinander kompatibel sein. Das ist eine absolute Basisanforderung für den grenzüberschreitenden Güterverkehr, damit Güterwagen weiterhin interoperabel eingesetzt werden können. Viele Gemeinsamkeiten also, und dennoch bleibt genug Raum für individuelle Schwerpunkte. Welche das sind, erfahrt ihr hier: 

Knorr-Bremse: Fokus auf Effizienz, Transparenz & Interoperabilität

Das Traditionsunternehmen mit Sitz in München ist ein bedeutender Anbieter von Bremssystemen und Subsystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge und beschäftigt weltweit rund 30.000 Mitarbeiter:innen.

Der DAK-Demozug der ÖBB ist für Knorr-Bremse „ein Realitätscheck, der die neuesten Produkte einem ausführlichen Praxistest unterzieht, darunter Hybridkupplungen für die Lokomotive, DAKs Typ 5 für die Wagen sowie ein integriertes, digitales System für die automatische Bremsprobe, Zugkommunikation, Datenerhebung und Energiemanagement.“

Im Fokus für Knorr-Bremse stehen dabei „Effizient, Transparenz und Interoperabilität.“ Für das Unternehmen erzielt der „Digital Freight Train-Ansatz messbare Produktionsgewinne für die Betreiber – und gewährt dabei auch die nahtlose Zusammenarbeit mit den Komponenten anderer Hersteller.“

Frontalansicht der Knorr-Bremse DAK Typ 5
Rendering der Knorr-Bremse DAK Typ 5

Voith: Der Push-Button im Einsatz

Der weltweit agierende Technologiekonzern Voith hat seinen Stammsitz in Heidenheim an der Brenz und bedient mit 22.000 Mitarbeiter:innen in über 60 Ländern weltweit Märkte in den Bereichen Energie, Papier, Rohstoffe und Transport.

Andreas Schuhmacher, Vice President CCE Freight Coupler bei Voith, sieht in der Ausrüstung der Demonstratorzüge im FP5-Projekt einen „wichtigen Schritt auf dem Weg zu effizienteren und digitalisierten Prozessen im Güterverkehr. Der Test der Funktionalitäten im operativen Betrieb mit unterschiedlichen Wagen ist ein entscheidender Faktor für die weitere Umsetzung – nicht nur für die digitalen Funktionen, sondern auch mit Blick auf die Interoperabilität der Produkte in einem herausfordernden Umfeld.“

Für die aktuelle Phase des DAK-Demozugs der ÖBB stellt das Unternehmen Wagenkupplungen mit E-Kupplung und Kupplungssteuerung zur Verfügung. Das automatische Entkuppeln erfolgt seitlich über einen am Wagenkasten installierten Push-Button.

Darüber hinaus wurde eine der Siemens Vectron-Lokomotiven mit zwei Hybridkupplungen inklusive E-Kupplungen und zugehöriger Kupplungssteuerung ausgestattet. Laut Voith erlauben sie einen „einfachen Wechsel zwischen Automatik- und UIC-Modus. Das Heben und Senken des Kopfes erfolgt manuell mit minimalem Kraftaufwand, so dass kein extra Antrieb notwendig ist.“

Voith CargoFlex Wagenkupplung mit E-Kupplung und Kupplungssteuerung
Voith CargoFlex Hybridkupplung inklusive E-Kupplung und zugehöriger Kupplungssteuerung

Dellner & Wabtec: vereintes Know-how aus zwei Unternehmen

Im Februar 2026 hat der US-amerikanische Konzern Wabtec Corporation das in Schweden gegründete Unternehmen Dellner übernommen. Durch den Zusammenschluss von Dellner und Wabtec entsteht ein stärkeres und umfassenderes DAK-Angebot, das „Dellner’s fundiertes Know-how im Bereich der automatischen Kupplung mit Wabtec’s umfassender Erfahrung im Güterverkehr und fortschrittlichen Systemintegrationsfähigkeiten kombiniert.“

Durch den Zusammenschluss können die Unternehmen nun „ein komplettes Portfolio an Lösungen für die digitale automatische Kupplung anbieten, die dem DAK-Basispaket entsprechen und darüber hinausgehen – von robusten mechanischen Systemen über Zwischenkonfigurationen mit Druckknöpfen bis hin zu vollständig integrierten Zugfunktionen, die dem DAK-Level 5 entsprechen.“

DAK und Elektronikkomponenten des Herstellers Dellner und Wabtec

Besonders hervorgehoben werden dabei die neu entstandenen Synergien, die „von Dellner und Wabtec entwickelte Hardware nahtlos in die Consist Control Unit (CCU) von Wabtec integrieren, um Kunden eine vollständig einheitliche Systemlösung zu bieten.“ CCUs ermöglichen neben einer Stromversorgung auch eine durchgehende Kommunikation zwischen den angeschlossenen Wagen und geben dem:der Lokführer:in Auskunft darüber, dass alle Wagen miteinander verbunden sind und die Zugintegrität gegeben ist. 

Du möchtest mehr über die DAK erfahren? In der DAK-Tales-Reihe schreiben wir regelmäßig über die neuesten Testergebnisse und Entwicklungen des DAK-Demozugs der ÖBB.

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FP5TRANS4M-R-Logo in Grün und Blau mit dem Claim „Transforming Europe’s Rail Freight“

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