Digitale Automatische Kupplung: ÖBB arbeiten an der Zukunft des europäischen Schienengüterverkehrs

DAK schafft die Basis für automatisierte, digitale und effizientere Prozesse im europäischen Schienengüterverkehr.

Gruppenfoto von Teilnehmenden vor Rail Cargo Group Güterwagen und DAK-Ausstellungsbereich beim DAK Event.

Die Digitalisierung des europäischen Schienengüterverkehrs nimmt weiter Fahrt auf: Die ÖBB haben heute die Digitale Automatische Kupplung (DAK) am Frachtenbahnhof Floridsdorf unter realen Betriebsbedingungen demonstriert. Im Mittelpunkt stand der direkte Vergleich zwischen der heute üblichen Schraubenkupplung und den Möglichkeiten der DAK.

Die DAK gilt europaweit als eines der wichtigsten Innovationsprojekte für den Schienengüterverkehr. Sie verbindet Automatisierung, Digitalisierung und Produktivitätssteigerung in einem gemeinsamen europäischen Vorhaben und soll den Güterverkehr auf der Schiene effizienter, wettbewerbsfähiger und attraktiver machen. Peter Hanke, Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, sagt: „Ein leistungsfähiger Schienengüterverkehr ist entscheidend für den Wirtschaftsstandort Österreich. Die Digitale Automatische Kupplung zeigt, wie Innovation den Bahnsektor voranbringen kann. Sie verbessert die Sicherheit und die Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter:innen, beschleunigt Prozesse und schafft die Grundlage für weitere Digitalisierungsschritte entlang der gesamten Transportkette.“

DAK ist Grundlage für digitalen Güterzug der Zukunft

Die ÖBB beteiligen sich seit Jahren aktiv an den europäischen Entwicklungs- und Demonstrationsprojekten zur DAK. Die DAK-Technologie ermöglicht nicht nur das automatische Kuppeln und Entkuppeln von Güterwagen, sondern auch die durchgängige Übertragung von Energie und Daten entlang des gesamten Zuges. Dadurch werden zahlreiche digitale Anwendungen möglich, darunter automatisierte Bremsproben, die automatische digitale Erfassung der Wagenreihung oder – für zukünftige Anwendungsfälle – die Zugintegrität. Gleichzeitig werden manuelle Tätigkeiten reduziert, die Sicherheit für Mitarbeiter:innen erhöht und Prozesse beschleunigt. Langfristig eröffnet die Technologie zudem neue Möglichkeiten für längere und schwerere Güterzüge sowie für eine effizientere Nutzung bestehender Infrastrukturkapazitäten. ÖBB CEO Andreas Matthä betont: „Die DAK ist weit mehr als eine neue Kupplung. Sie ist die Grundlage für den digitalen Güterzug der Zukunft und damit für einen sichereren und wettbewerbsfähigeren Schienengüterverkehr in Europa. Mit unserem Demonstratorzug zeigen wir heute, dass die Technologie unter realen Bedingungen funktioniert.“

Österreichischer Demonstratorzug liefert wichtige Erkenntnisse

Im Rahmen des Europe’s-Rail-Projekts FP5 TRANS4M-R ist derzeit ein speziell ausgerüsteter österreichischer Demonstratorzug im Einsatz. Er dient dazu, die Technologie unter realen Betriebsbedingungen zu testen und Erkenntnisse zu technischer Zuverlässigkeit, Sicherheit, Instandhaltung und Integration in bestehende Betriebsprozesse zu gewinnen. Dabei kommen erstmals nicht nur Güterwagen, sondern auch entsprechend ausgestattete Lokomotiven mit DAK-Technologie zum Einsatz. Die bisherigen Tests, darunter auch Wintererprobungen in Österreich, liefern wertvolle Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Technologie und den späteren europaweiten Einsatz.

Nächster Schritt: Einsatz im kommerziellen Güterverkehr

Auf die Demonstrationsphase folgt nun der nächste Meilenstein: die sogenannten Pioneer DAC Trains (PioDAC). Gemeinsam in einem durch Connecting Europe Facility (CEF) geförderten Projekt mit europäischen Partnern werden die ÖBB die Technologie künftig erstmals im kommerziellen Güterverkehr einsetzen. Ziel ist es, die Zulassungsreife der DAK nachzuweisen und ihren wirtschaftlichen Nutzen unter realen Marktbedingungen zu belegen. Die Ergebnisse der laufenden Demonstrationen und der Pioneer DAC Trains sollen die Grundlage für weitere Entscheidungen über die Einführung der DAK in Europa schaffen. Voraussetzung dafür sind unter anderem technische Reife, betrieblicher Nutzen, harmonisierte europäische Standards, geeignete Zulassungsverfahren, tragfähige Finanzierungsmodelle und ein abgestimmter europäischer Migrationsplan.

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FP5TRANS4M-R-Logo in Grün und Blau mit dem Claim „Transforming Europe’s Rail Freight“

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11.09.2026