Ein echtes Qualitätsmerkmal: Der Großteil unserer Kolleg:innen hat die staatliche Zollausbildung der Bundesfinanzakademie absolviert – dieselbe Ausbildung wie österreichische Zollbeamt:innen. Dieses Fachwissen ist in der Branche außergewöhnlich und ermöglicht Zollleistungen auf höchstem Niveau.
Doch wie sieht diese Arbeit hinter den Kulissen aus? Drei Kolleg:innen aus Wolfurt geben Einblicke in ihren Arbeitsalltag – Christian Neuer mit jahrzehntelanger Erfahrung, Manuel Gsell als erfahrenes Teammitglied und Claudia Konzilia aus der Perspektive einer Neueinsteigerin.
Manuel Gsell
Was macht ein Zolldeklarant eigentlich konkret?
Manuel: Kein Auftrag gleicht dem anderen – manche Fälle sind Routine, andere echte Denksportaufgaben. Zu unseren Kernaufgaben zählen Zollanmeldungen für Einfuhr, Ausfuhr oder Versand, die Tarifierung von Waren sowie die Berechnung von Einfuhrabgaben. Außerdem überwachen wir Warenbewegungen und beraten Kund:innen sowie Kolleg:innen.
Oft beginnt unsere Arbeit, bevor die Ware überhaupt eintrifft: Wir prüfen Dokumente, klären Unklarheiten und holen fehlende Informationen ein. Sobald die Ware angekommen ist, geben wir die Anmeldung im System ab. Die Zollbehörde kann dann Unterlagen prüfen oder eine Warenbeschau anordnen. Liegen keine Einwände vor, wird die Ware freigegeben – und kann ihre Reise fortsetzen.
Du bist schon viele Jahre in der Zollabwicklung tätig. Welche Fachkenntnisse und Fähigkeiten sind heute besonders wichtig?
Christian: Zollabwicklung bedeutet Verantwortung. Dafür braucht es fundiertes Wissen im Zollrecht sowie in nationalen und europäischen Regelwerken. Ebenso entscheidend sind Sorgfalt und Genauigkeit – denn selbst kleine Fehler können erhebliche finanzielle und rechtliche Folgen haben. Wichtig sind außerdem ein gutes Prozessverständnis, Teamarbeit und eine klare Kommunikation mit internen Abteilungen, Kunden und Behörden. Auch digitale Kompetenz spielt eine immer größere Rolle.
Christian Neuer
Claudia Konzilia
Und du bist erst seit Kurzem im Team. Was hat dich am meisten überrascht als du in die Welt der Zollabwicklung eingestiegen bist?
Claudia: Ich war überrascht, wie anspruchsvoll wirklich jede einzelne Zollanmeldung ist – und wie viel Verantwortung dahintersteckt. Herausfordernd ist, dass wir viele Fälle immer wieder neu recherchieren müssen, weil sich Regelwerke laufend ändern. Positiv überrascht hat mich, wie groß und vielfältig die Zollwelt ist. Es gibt ständig Neues zu lernen – die Arbeit ist intensiv, praxisnah und sehr abwechslungsreich.
Was macht es besonders, dass wir als RCG unsere Zollleistungen selbst anbieten?
Manuel: Der größte Vorteil ist der Kundenservice. Wir bieten Transport und Zollabwicklung aus einer Hand, was Prozesse deutlich vereinfacht. Zudem sind wir schneller und flexibler als externe Dienstleister, da Kommunikationswege kürzer sind und weniger Fehler passieren. Das Fachwissen bleibt im Unternehmen.
Mit deiner Erfahrung kennst du sicher auch knifflige Situationen. Welche Herausforderungen prägen den Alltag?
Christian: Nicht immer liegen alle Informationen vollständig oder rechtzeitig vor. Trotzdem müssen wir schnell reagieren und rechtskonforme Lösungen finden. Auch die richtige Tarifierung kann knifflig sein, vor allem bei technisch anspruchsvollen Waren. Dazu kommen laufende Änderungen im Zollrecht, neue IT-Systeme und zeitkritische Abläufe im Bahnumfeld: Verzögerungen bei Zollfreigaben können ganze Züge blockieren und zusätzliche Kosten verursachen.
Warum ist Wolfurt ein wichtiger Standort für die Zollabwicklung?
Claudia: Wolfurt ist ein zentraler Knotenpunkt: Terminal und Zollstelle liegen nur wenige Schritte entfernt, außerdem profitieren wir von der Grenznähe zur Schweiz und schnellen Transitwegen. Wir deklarieren hier Waren aller Art und in allen Mengen – von Industrie- und Konsumgütern bis hin zu Chemie-, Papier- sowie Fertig- und Halbfertigwaren.
Wie bekommt ihr die aktuelle Zollpolitik der USA mit?
Christian: Aktuell sehen wir kaum US-Sendungen. Ich vermute, dass viele Branchen ihre Lieferketten umstellen und verstärkt auf andere Herkunftsländer setzen.
Und zum Schluss: Welche Eigenschaft hilft dir im Alltag als Zolldeklarant:in am meisten?
Alle drei sind sich einig: Am Ende sind es Teamarbeit, Verlässlichkeit und Genauigkeit, die den Unterschied machen – denn schon kleine Fehler können große finanzielle und rechtliche Folgen haben.
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