Schwache Konjunktur belastet Bilanz 2025

Die wirtschaftliche Entwicklung in den Kernmärkten der ÖBB Rail Cargo Group (RCG) befindet sich seit zwei Jahren im Abschwung – mit spürbaren Auswirkungen auf die Bilanz 2025.

CEO Andreas Matthä und CFO Manuela Waldner präsentieren die Bilanz 2025 auf der Bilanz‑Konferenz der ÖBB.

Seit 2023 steckt Zentraleuropa in einer industriellen Rezession. Die Folge sind eine schwache Mengenentwicklung im Güterverkehr und ein zunehmend intensiver Wettbewerb im Logistikmarkt: Viele Anbieter treffen auf vergleichsweise wenige Aufträge. Gleichzeitig verschlechtern sich die Rahmenbedingungen für den Schienengüterverkehr im Wettbewerb mit der Straße. Eine hohe Baustellenintensität im Bahnnetz – etwa in Deutschland, aber auch in anderen Teilen Europas – beeinträchtigt die Stabilität der Abläufe. Zusätzlich belasten im historischen Vergleich weiterhin hohe Bahnstrompreise die Kostenstruktur der Bahn. Damit wirken derzeit drei wesentliche Entwicklungen gleichzeitig zu Lasten der Schiene: sinkende Transportmengen, steigender Preiswettbewerb und strukturelle Wettbewerbsnachteile.

Ein schwieriges Jahr in Zahlen 

Unterm Strich hat die RCG im Jahr 2025 mit einem EBT von -135,5 Mio. Euro (Vj. - 24,5 Mio. Euro) abgeschlossen. Dieses Ergebnis ist von einer einmaligen Wertberichtigung und Einbußen im Agrarbereich geprägt. Die trüben wirtschaftlichen Aussichten haben das ÖBB Management veranlasst, künftige Ertrags- und Investitionsprognosen neu zu bewerten und Firmenwerte bei den Beteiligungen in Ungarn und der Agrarspedition in Höhe von -81,1 Mio. Euro abzuschreiben. Auch ohne diesen Einmaleffekt ist das Ergebnis mit -54 Mio. Euro negativ geblieben. Der Agrarsektor belastet das Ergebnis mit rd. 36 Mio. Euro. Der Grund dafür sind geänderte Warenströme durch Missernten, eine schwache Marktentwicklung sowie handels- und zollpolitischen Verwerfungen aufgrund der US-Zollpolitik. Ohne die Abschreibung und die Verluste im Agrarbereich wäre das Ergebnis in etwa auf Vorjahresniveau geblieben. 

Wettbewerbsprogramm „Phoenix“ 

Auch für 2026 erwarten Wirtschaftsforscher:innen keinen nennenswerten Aufschwung der industriellen Konjunktur. Umso wichtiger ist das Programm „Phoenix“, das die RCG derzeit umsetzt. Zu den rund 300 Maßnahmen zählen unter anderem die Einstellung nicht wettbewerbsfähiger Produkte, die gezielte Erhöhung der Auslastung nachgefragter Verbindungen sowie organisatorische Verschlankungen. Oberste Priorität bleibt dabei eine verlässliche Qualität für die Kunden.

Investitionen in die Zukunft des Schienengüterverkehrs 

Ungeachtet der aktuell schwierigen Rahmenbedingungen investiert die RCG weiterhin konsequent in die Zukunft des Schienengüterverkehrs. Ziel ist es, das System langfristig effizienter, wettbewerbsfähiger und attraktiver zu machen. Ein zentraler Baustein dafür ist die Digitale Automatische Kupplung (DAK), die das Potenzial hat, den Güterverkehr auf der Schiene grundlegend zu transformieren. Gleichzeitig baut die RCG ihr Angebot in der multimodalen Logistik weiter aus. Durch die intelligente Verknüpfung von Schiene, Straße und weiteren Verkehrsträgern entstehen flexible und nachhaltige Transportlösungen für Kunden in ganz Europa. Mit diesen Initiativen treibt die RCG die Weiterentwicklung der Schiene aktiv voran und schafft die Voraussetzungen, um auch in einem herausfordernden Marktumfeld langfristig erfolgreich zu sein.

17.04.2026